„Wir brauchen ein Imagevideo“ beschreibt ein Format, aber noch nicht das Problem. Soll Vertrauen entstehen, ein komplexes Angebot verständlich werden, sollen neue Mitarbeitende angesprochen oder vorhandene Kunden von einer Veränderung erfahren?
1. Was soll nach dem Anschauen passieren?
Definiere eine Hauptreaktion. Menschen sollen dein Unternehmen verstehen, einen Termin vereinbaren, eine Stelle prüfen oder ein Produkt genauer ansehen. Ein Film kann mehrere Aspekte zeigen, aber er braucht eine klare Priorität.
2. Wer soll sich angesprochen fühlen?
Geschäftsleitung, technische Einkäufer, Bewerberinnen oder Vereinsmitglieder achten auf unterschiedliche Dinge. Zielgruppe bedeutet nicht nur Alter und Branche. Entscheidend sind Vorwissen, offene Fragen und mögliche Einwände.
3. Welche Geschichte kann nur dieses Unternehmen erzählen?
Austauschbare Aussagen wie Qualität, Leidenschaft oder Kundennähe ergeben noch keine Geschichte. Interessanter sind konkrete Menschen, Entscheidungen, Arbeitsweisen, Herausforderungen und Details aus dem Alltag. Sie machen glaubwürdig, was das Unternehmen besonders macht.
Frage nicht zuerst: „Welche Bilder sehen schön aus?“ Frage: „Was müsste jemand sehen oder hören, damit er uns besser versteht?“
4. Wo wird der Film eingesetzt?
Website, Messe, LinkedIn, YouTube, Präsentation und bezahlte Kampagne stellen unterschiedliche Anforderungen. Der Einsatz beeinflusst Länge, Einstieg, Untertitel, Seitenverhältnis, Rechte und benötigte Kurzfassungen.
- Auf Social Media muss die Aussage früh verständlich werden.
- Auf einer Leistungsseite darf ein Video stärker erklären.
- An einer Messe muss es möglicherweise ohne Ton funktionieren.
- Für Werbung müssen Nutzungsrechte und Varianten vorab klar sein.
5. Wer kommt vor die Kamera?
Nicht jede fachlich richtige Person fühlt sich vor der Kamera wohl. Plane genug Zeit für Vorbereitung, Gesprächsführung und Wiederholungen ein. Interviews müssen nicht auswendig gelernt werden. Häufig wirken gut geführte Antworten natürlicher als ein vollständig memorisierter Text.
6. Was muss am Drehtag wirklich verfügbar sein?
Location, Personen, Maschinen, Produkte, Arbeitskleidung, Zugänge und Sicherheitsvorgaben gehören in die Planung. Räume sollten so aussehen, wie sie später gezeigt werden dürfen. Bei laufendem Betrieb müssen Produktion und Tagesgeschäft miteinander funktionieren.
7. Welche Versionen werden benötigt?
Plane bereits im Konzept, ob Hochformat-Clips, Untertitel, Sprachversionen, kürzere Schnitte oder einzelne Statements gebraucht werden. Nachträglich lässt sich vieles herstellen – effizienter wird es, wenn Bildausschnitte und Aussagen schon beim Dreh berücksichtigt werden.
Die Vorbereitung in einer Seite
- Hauptziel und gewünschte Reaktion
- Primäre Zielgruppe und wichtigste Frage
- Kernbotschaft und glaubwürdige Belege
- Kanäle, Formate und Nutzungsdauer
- Personen vor und hinter der Kamera
- Location, Termin und organisatorische Grenzen
- Hauptfilm, Kurzfassungen und Sprachvarianten
Mehr zum Ablauf von Konzept bis Schnitt findest du unter Videoproduktion für Schweizer Unternehmen.

